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Geschichte der Gemeinde Weinitzen - Teil 3
3. Alte Chronik
In nur ganz geringem Maß sind Begebnisse faßbar, die sich im Raum
Weinitzen - Fölling vor dem 19. Jahrhundert zutrugen. Nirgendwo
wurde vermerkt, was die hiesige bäuerliche Bevölkerung bei den
wiederholten Einfällen der Türken und Ungarn, während der Franzosenkriege
und in den Zeiten der Pestepidemien zu erdulden hatte.
Auch von der bis 1848 mitunter grassierenden Herrenwillkür, der auch
in Weinitzen - wie anderswo - die Untertanen ausgesetzt waren, steht
nirgends etwas geschrieben.
Nur im Sagengut werden vereinzelt Schilderungen von Ereignissen überliefert,
die die Leiden und Nöte der Menschen in vergangenen Zeiten erahnen lassen.
Erst den Schulgründungen verdanken wir verhältnismäßig gute Kenntnisse
von lokalen Ereignissen. Die 5 Bände der Niederschöckler Schulchronik
bilden eine wichtige Quelle für die Begebnisse, die sich im Raum Weinitzen -
Fölling am Ende des 19. Jahrhunderts und anfangs des 20. Jahrhunderts ereigneten.
Schilderungen aus den Jahren 1889 bis 1945 bringen Teils Begebenheiten zum
Schmunzeln mit sich, andere wiederum verdeutlichen das schwierige Leben
in Weinitzen und Niederschöckl in diesen Jahren. Heftige Stürme, wie jener
im Jahre 1908, der große Schäden anrichtete, oder verheerende Hagelschläge
im Jahre 1913 setzten der Bevölkerung in diesem Gebiet besonders zu.
Auch nach Ende des Ersten Weltkrieges im Jahre 1918 wirkte der Zerfall des alten
Reiches noch unheilvoll fort. Die Lebensmittelnot wirkte sich im Raum Weinitzen
allerdings nicht so drastisch aus wie in Graz, da die meisten Bewohner als
Grundbesitzer selbst Lebensmittel erzeugten. Umso mehr spürten die nun
wachsende Teuerungswelle diejenigen, die weder Grund hatten noch ein
Gewerbe betreiben konnten, z. B. die Lehrer.
In dieser Zeit mehrten sich Einbrüche, Diebstähle und Betrügereien.
Da die Gemeinden Weinitzen und Fölling unmittelbar an Graz grenzten,
wurden die Bauern von "Hamsterern" aus der Stafdt überschwemmt.
Auch der letzte Akt der Tragödie des "Dritten Reiches" wurde in Weinitzen
deutlich fühlbar. Sowohl entlang der Weitzer Straße als auch über Niederschöckl
und durch den Einödgraben gegen Graz wälzten sich im April und in der ersten
Maiwoche 1945 aus dem Osten heranflutende Menschenströme.
Der mit dem Schlagwort "Befreiung" in Zusammenhang gebrachte Einzug
sowjetischer Besatzungssoldaten in weinitzen erfolgte am Vormittag des 8. Mai 1945.
Die örtlich zuständige Kommandatur befand sich im Gasthaus "Neues Fassl".
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Das Gasthaus "Neues Fassl" einst und heute.
weiter siehe Teil 4
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